Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
Die Natur hat Recht – Erfahrungen aus Ecuador
Es ist ein Fakt, dass wir die Natur jeden Tag weiter zerstören, Müll in die Meere spülen, CO2 in die Atmosphäre pumpen, wertvollen Lebensraum wegen Kohle oder Kupfer durchlöchern und abreißen. Ist es da nicht höchste Zeit, dass die Natur sich wehren kann?
In Ecuador, einem kleinen Land in Südamerika, ist es bereits soweit: Dort ist die Natur rechtlich gesehen eine Person und hat daher dasselbe Existenzrecht. So wurde ein großer Kupferkonzern im Namen einer für ausgestorben gehaltenen und im Intag-Tal wiederentdeckten Froschart angeklagt, und vor Gericht war die Klage valide: Die Frösche, das Ökosystem und die ganze Natur haben das Recht zu existieren, das Kupfer muss in der Erde bleiben.
Gebannt lauschten wir der Journalistin Elisabeth Weydt, als sie uns, den 10. Klassen, von ihren Erfahrungen in Ecuador erzählte und aus ihrem Buch „Die Natur hat Recht“ vorlas. Die Reportage handelt von ihren Erlebnissen mit dem Leid und den Ungerechtigkeiten, welche die Natur und viele Menschen dort erfahren, aber auch von den mutigen Menschen, die sich für die Rechte der Natur einsetzen. „Der Mensch ist ja selbst Teil des Ökosystems“, erklärte sie, „das scheinen wir immer wieder zu vergessen.“
Tatsächlich verspüren wir oft die Dringlichkeit der Sache nicht: Während wir unbedacht konsumieren, ohne Sorge über die Folgen, brechen woanders Ökosysteme zusammen, breiten sich Wüsten aus und werden Tierarten ausgerottet – nur eben bei denjenigen, die nichts dafür können. Die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Was passiert, wenn wir sie so sehr zerstören, dass sie es nicht mehr sein kann? Wenn beispielsweise die Bienen wegen Pestiziden aussterben, gäbe es eine große Hungersnot und das Problem müsste durch künstliche Bestäubung gelöst werden. Aber hat die Natur es nicht auch verdient, geschützt zu werden, ohne direkten Nutzen für die Menschen? Hat ein Fluss nicht das Recht, sauber zu sein, auch wenn dann einige Konzerne Abwasserfilter brauchen?
Wir in Europa und anderen wohlhabenden Ländern haben die Macht zur Zerstörung, aber wir haben alle auch die Macht zur Veränderung. Es liegt in unserer Verantwortung. Wir kaufen letztendlich die Produkte, wir fahren mit dem Auto, wir benutzen Smartphones, die auf Ressourcen angewiesen sind, die wir oft nicht bedenken.
Also: Erhebt eure Stimme für die Natur, denn in der Demokratie bedeutet die Stimme Macht. Denkt daran, dass wir alle Teil der Natur, des globalen Ökosystems sind, und dass auch wir die Folgen dessen tragen müssen, wenn wir jetzt nicht handeln.

