Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
Exkursion in die Römerstadt Trier – 9. Klassen auf Zeitreise in die Antike
Vom 9. bis 11. April war es endlich wieder so weit – direkt vor den Osterferien fand die Fahrt der 9. Klassen in die Römerstadt Trier statt. Doch bevor es für die knapp 80 Schülerinnen und Schüler in die älteste Stadt Deutschlands selbst ging, machten wir auf der Hinfahrt einen Zwischenstopp an der römischen Villa Borg, die sich bei der Gemeinde Perl im Saarland befindet. In dieser sehr detailgetreu rekonstruierten Villenanlage konnten die Schülerinnen und Schüler hautnah nachempfinden, wie eine vermögende Familie in der römischen Provinz ihren Alltag verbrachte: Im Außenbereich besichtigten wir eine imposante Gartenanlage, im Inneren der Villa befand sich unter anderem eine große römische Küche, in der noch heute nach römischen Rezepten gekocht wird, sowie ein eigenes Villenbad, das über ein ausgeklügeltes Hypokaustensystem beheizt wurde. Das Highlight des ersten Tages war für viele Schülerinnen und Schüler jedoch die rekonstruierte Latrine, also eine römische Toilettenanlage. Die Ausführungen und Utensilien unseres Guides sorgten nämlich für große Erheiterung: So gab es in antiken Toiletten weder Geschlechtertrennung noch eigene Kabinen. Zudem sei das Xylospongium, ein Toilettenschwamm, mehrfach verwendet worden. Sogar ein Probesitzen in der Latrine war möglich. Nach der Ankunft in der Jugendherberge in Trier ließen wir den Abend schließlich in geselliger Runde ausklingen.
Am zweiten Tag stand sodann die Erkundung Triers auf dem Programm: In drei verschiedenen Gruppen besichtigten die Schülerinnen und Schüler zeitversetzt die Kaiserthermen, die mit ihren teilweise 19 Meter hohen Mauern bis heute eine sehr imposante Wirkung haben, das Rheinische Landesmuseum, in dem sich insbesondere ein beeindruckender Goldschatz und zahlreiche bemerkenswerte Mosaike befinden, die beiden UNESCO-Weltkulturerbestätten Dom und Konstantin-Basilika sowie schließlich das Wahrzeichen Triers schlechthin, die Porta Nigra. Die bewegte Geschichte dieses früheren römischen Stadttors aus dem 2. Jh. n. Chr., das im Mittelalter erst zu einer Doppelkirche umgebaut und später auf Initiative Napoleon Bonapartes in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde, erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler eigenständig im Zuge einer multimedialen „Schnitzeljagd“.
Bevor es am Freitag zurück nach Bayreuth in die wohlverdienten Osterferien ging, besuchten wir abschließend bei bestem Wetter das Amphitheater auf dem Petrisberg am Rande der Stadt. Das große Areal mit den unterirdischen Gängen und dem Kampfplatz in der Mitte verdeutlichte eindrucksvoll, in welchem Ausmaß zu römischer Zeit dort Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen stattfanden – und diente uns zugleich als Mahnung hinsichtlich der damaligen Unterhaltungspraxis.
Christian Hauck, Fachschaft Latein

