Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
Gedenken zum 9. November: „Wir leihen ihnen unsere Stimme“
Vielen Schülerinnen und Schülern kommt allenfalls der Mauerfall in den Sinn, wenn es um den 9. November geht. Dass an diesem Datum zahlreiche andere – weniger friedliche – Ereignisse sich jähren, ist nicht nur jungen Menschen immer öfter nicht mehr bewusst. Mittlerweile sind sogar schon gut hörbar Stimmen zu vernehmen, die ein Gedenken an den 9. November 1938, an dem Hass und Hetze einen ersten bitteren Höhepunkt in Deutschland erreichten, in Frage stellen. Dass die Geschäfte jüdischer Mitbürger geplündert und zerstört, Synagogen geschändet und angezündet, jüdischen Deutschen brutale Gewalt bis zum Mord angetan wurde, solle allmählich im Dunkel der Geschichte verschwinden.
Diesen Tendenzen wird in Bayreuth entgegengetreten, was auch dem Engagement der Stadtgesellschaft, der Kirchen und der Bayreuther Schulen zu verdanken ist. Auf Initiative des Evangelischen Bildungswerks Oberfranken-Mitte e.V. wurde am Samstag, dem 9.11.2024 eine sehr berührende Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Wir leihen ihnen unsere Stimme“ durchgeführt, die ihren Anfang am akustischen Mahnmal am Sternplatz nahm, um dann in der Stadtkirche mit Berichten und Zeugnissen Verfolgter des NS-Regimes fortgeführt zu werden.
Das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium war neben weiteren Schulen und Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft eingeladen, das Erinnern wachzuhalten, was für die Schulgemeinschaft von besonderer Wichtigkeit ist.
Valentin Lotze und Johannes Haendle liehen ihre Stimmen den politisch und aufgrund der sexuellen Orientierung Verfolgten Adam Hereth und Josef Kohout.
Jedida Gallert, Clara Guggemoos und Taha Emami trugen mit ihren schönen Gesangsstimmen zum würdigen Gedenken bei, wobei die Solistinnen und der Solist von Günther Leykam an der Orgel begleitet wurden. Das Cello-Ensemble, gebildet von Ellie Haid, Teresa Kiefer, Rubina Depperschmidt und Johanna Seyfert unter der Leitung von Gertraud Schina setzte mit seinem nicht nur den Kirchenraum erfüllenden Spiel einen besonderen Akzent.
Maresa Olschner