Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
Interview mit den scheidenden Elternbeiratsvorsitzenden
Im Oktober 2022 wurde am MWG ein neuer Elternbeirat gewählt. Die bisherigen Vorsitzenden, Prof. Dr. Anke Jentsch-Beierkuhnlein und Dr. Ute Caspar-Gundel, waren nicht mehr zur Wahl angetreten, und so verabschieden wir die beiden mit einem Interview.
Liebe Frau Jentsch-Beierkuhnlein, liebe Frau Caspar-Gundel,
- Nach wieviel Jahren scheiden Sie aus dem Elternbeirat aus?
Anke Jentsch-Beierkuhnlein: Nach vier Jahren meines Engagements gebe ich den Staffelstab nun gerne weiter und bin gespannt auf die neuen Akteure.
Ute Caspar-Gundel: Nach insgesamt 6 Jahren. Im Oktober 2016 wurde ich zum ersten Mal in den Elternbeirat gewählt. - Was war Ihnen in den Jahren Ihres Wirkens als Elternbeiratsvorsitzende besonders wichtig?
Anke Jentsch-Beierkuhnlein: Besonders wichtig war mir stets unsere offene und wertschätzende Kommunikation, gemeinsam Haltungen zu entwickeln, einander wirklich etwas zu geben. Dazu gehörte auch, ein echtes Interesse an der Vielfalt der Elternschaft und an den Perspektiven der Schulleitung aufzubringen. Fördern wollte ich vor allem Schulgemeinschaftliches wie das musische und künstlerische Miteinander, die gemeinsamen Wanderungen, die klassenübergreifende Bildungskooperation mit der Uni. Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, mich auch ein wenig bildungspolitisch zu engagieren. Letztlich war es wichtig, als Eltern-Gremium in der Schule präsent zu sein. Wir hatten die Möglichkeit, das große und zugleich herausfordernde Engagement der Schulleitung und des Lehrerkollegiums wahrzunehmen und zu würdigen.
Ute Caspar-Gundel: Mir war immer ein offener und vertrauensvoller Austausch im direkten Gespräch sowohl mit anderen Eltern als auch der Schulleitung und den Lehrkräften wichtig. So entsteht am besten eine Atmosphäre, die von Verständnis und gegenseitiger Wertschätzung geprägt wird – eine gute Voraussetzung für die erfolgreiche Wahrnehmung von Elterninteressen. Neben einer wohlwollenden und unterstützenden Grundhaltung der Schule gegenüber braucht ein Elternbeirat aber auch den Mut, Kritik zu üben und Meinungsverschiedenheiten auszuhalten. Und jede Menge Geduld und Beharrlichkeit! - Wie haben Sie in dieser Zeit das MWG und seine Schulfamilie erlebt?
Anke Jentsch-Beierkuhnlein: In der Schulfamilie des MWG kommt eine große Anzahl bemerkenswert engagierter Menschen zusammen – stets im Sinne unserer Kinder! Viele bringen fantastische Fähigkeiten ein, agieren professionell und mit freundlicher Wärme. Insgesamt erlebe ich eine Kultur der Anerkennung, auch ein Wohlwollen gegenüber Unzulänglichkeiten. Eltern können sich vorwagen mit ihren Sorgen oder mit interessanten Vorschlägen. So wünsche ich allen Mitgliedern der Schulfamilie weiterhin Freude an der gemeinsamen Sache und gute Ideen für die persönliche Kür!
Ute Caspar-Gundel: Im Einklang mit der Musik, die hier eine besondere Rolle spielt: Meistens beschwingt und gut gelaunt, geprägt von dem alten Wahlspruch „Miteinander wird’s gelingen“. Es gibt hier immer wieder hervorragende Beispiele von Begabung und Gemeinsinn – das beeindruckt und motiviert. - Woran denken Sie besonders gern zurück?
Anke Jentsch-Beierkuhnlein: Gerne denke ich an die Herausforderung, zur festlichen Übergabe der Abiturzeugnisse im Rahmen einer kleinen Ansprache etwas Anregendes beizutragen. Da ging es dann z.B. um das Suchen von Resonanzräumen im Leben, um das Finden von Begegnungen und Themen, die etwas zum Schwingen bringen, die uns ergreifen und verwandeln. Mich selbst hat die Arbeit Im Elternbeirat auch verwandelt, denn ich musste ja öfters die Perspektive wechseln. Im Laufe der Zeit ist auch eine persönliche Freundschaft entstanden, für die ich dankbar bin.
Ute Caspar-Gundel: Ein Highlight war immer das Schulfest im Sommer, bei dem der Elternbeirat einen eigenen Stand hat. Aber auch so manches Gespräch mit interessanten Menschen – und davon gibt es einige am MWG! - Hat es auch einmal geknirscht?
Anke Jentsch-Beierkuhnlein: Tatsächlich hat es auch mal geknirscht. Ursache dafür waren wohl unterschiedliche Wahrnehmungen davon, was Schule im Hinblick auf zwischenmenschliche und gesellschaftliche Verantwortung leisten kann, bzw. wo die Grenzen liegen. Doch letztlich war es ein gemeinsamer, im Nachhinein sogar verbindender Weg.
Ute Caspar-Gundel: Natürlich gab es strittige Themen. Und einige kontroverse Diskussionen. Auch die Mitglieder des Elternbeirats sind übrigens nicht immer einer Meinung… - Was wünschen Sie dem MWG und was wünschen Sie insbesondere dem neuen Elternbeirat für die Zukunft?
Anke Jentsch-Beierkuhnlein: Dem MWG wünsche ich weiterhin ein so zugewandtes und lebendiges Miteinander! Dem neuen Elternbeirat wünsche ich viel Schwung für die kleinen und großen Herausforderungen! Lasst Euch ein und macht was draus.
Ute Caspar-Gundel: Dem MWG wünsche ich noch viele Generationen interessierter und sympathischer Schülerinnen und Schüler sowie engagierte und herzliche Lehrkräfte. Und dem neuen Elternbeirat viele gute Ideen und Freude bei seiner Arbeit. Und natürlich Mut, Geduld und Beharrlichkeit – siehe Frage 2.
Vielen Dank und alles Gute für Ihre Zukunft!
Steffen Arzberger

