Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
Kunst-Exkursion nach München
Der Kunst-Leistungskurs unternahm unter der Leitung von Herrn Dr. Mayer am 9. bis 10. Oktober eine Exkursion nach München – zwei Tage voller Kunst, Staunen und einer guten Portion Muskelkater.
Nach der Ankunft und dem schnellen Abstellen des Gepäcks führte uns der erste Weg in die Glyptothek, eines der ältesten Museen Münchens. Dort erfuhren wir, wie antike Skulpturen durch Haltung, Mimik, Größe und Materialbestimmte Botschaften vermitteln. Besonders spannend war zu sehen, wie bewusst Künstler schon damals mit Ausdruck und Wirkung spielten. Zum Abschluss durften wir selbst kreativ werden und eine Figur zeichnen – mit sehr individuellen Ergebnissen, aber viel Begeisterung.
Nach einer wohlverdienten Mittagspause ging es weiter zur Kunsthalle München, wo die Ausstellung „Digital by Nature“ des französischen Künstlers Miguel Chevalier gezeigt wurde. Seine Werke verbinden Natur und Technologie, Licht und Bewegung. Leuchtende, algorithmisch erzeugte Pflanzen breiten sich auf Wänden aus, verändern ihre Formen und Farben und reagieren auf die Bewegungen der Besucher. Faszinierend, dass man selbst Teil der Kunst wurde – umgeben von Projektionen, die einem auf Schritt und Tritt folgen.
Nach einem leckeren italienischen Abendessen und einer kurzen Nacht wartete am nächsten Morgen ein Münchner Wahrzeichen auf uns: die abgebauten Wiesen und die Bavaria auf der Theresienwiese. Die riesige Bronzestatue beeindruckte nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre Symbolik – sie steht seit dem 19. Jahrhundert für die Stärke und den Stolz Bayerns.
Anschließend besuchten wir die Galerie Max Goelitz, wo die Ausstellung „Deception Island“ der Künstlergruppe Troika gezeigt wurde. Ihre Werke thematisieren die Grenzen zwischen Natur und Technologie. Wobei die Serie Ultraflora, bei der 3D-gescannte Pflanzen digital verändert und als filigrane Metallskulpturen wieder materialisiert wurden, die das vorzeige Beispiel waren – ein fesselndes Spiel zwischen künstlichem und natürlichem Leben.
Den Abschluss unserer Exkursion bildete der Besuch im Lenbachhaus, das eng mit der Künstlergruppe Der Blaue Reiter verbunden ist. Diese Gruppe bestand aus Wassily Kandinsky und Franz Marc, als auch Künstler wie Gabriele Münter, August Macke und Paul Klee. Ihr Ziel war es, Kunst als Ausdruck innerer Erlebnisse und spiritueller Werte zu begreifen – Farbe, Form und
Linie sollten nicht mehr die sichtbare Welt abbilden, sondern Gefühle sichtbar machen –
Expressionismus. Der Name „Blauer Reiter“ entstand übrigens, weil Kandinsky Pferde und Marc die Farbe Blau liebte – ein Symbol für Freiheit, Spiritualität und Bewegung.
Nach dieser Fülle an Eindrücken, Farben und Gedanken fuhren wir erschöpft, aber inspiriert nach Hause. München zeigte uns, dass Kunst viele Gesichter hat – antik, digital, abstrakt – und dass sie überall zu finden ist: in Marmor und Licht, in Bronze und Pixeln, und manchmal auch in einem 9-Euro-Döner auf dem Weg zur nächsten Ausstellung.
Iara E. Seitz

