Berichte
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„Nehmt jeden Tag ein Bad Menschlichkeit!“
„Nehmt jeden Tag ein Bad Menschlichkeit!“, forderte der französische Musikkritiker, Schriftsteller, Pazifist und Tierschützer Romain Rolland, dessen Todestag sich am 30. Dezember zum achtzigsten Mal jährt. Der Autor erhielt nicht nur 1915 den Nobelpreis für Literatur für sein Hauptwerk, den zehnbändigen Roman „Jean-Christophe“, sondern machte sich in einer Zeit, die von der Ideologie von der „deutsch-französischen Erbfeindschaft“ geprägt war, unermüdlich für die Annäherung und Aussöhnung Frankreichs und Deutschlands stark. Im „Jean-Christophe“ entwickelte er die Idee einer deutsch-französischen kulturellen Synthese, die zur Grundlage eines dauerhaften paneuropäischen Friedens werden solle.
Das W-Seminar „Frieden machen?“, das selbstredend auch mit den deutsch-französischen Beziehungen befasst, konnte sich im Rahmen eines spannenden Vortrags am 07. November 2024 vertieft mit der Gedankenwelt Rollands auseinandersetzen. Die Deutsch-Französische Gesellschaft hatte die renommierte Romanistin Frau Prof. Marina Ortrud Hertrampf von der Universität Passau für einen Abend über Romain Rolland gewinnen können. Die Referentin ist zudem Erste Vorsitzende der Association Romain Rolland in Deutschland e.V., daher also eine ausgewiesene Expertin für das Werk eines der Vordenker der deutsch-französischen Freundschaft und auch der europäischen Integration.
Die Jugendlichen erfuhren sehr viel Neues über die Zwischenkriegszeit und die pazifistischen Ideen des Schriftstellers, fanden aber auch Anknüpfungspunkte zu bereits Bekanntem. Da sie sich im Vorfeld intensiv mit den Ideen Kants zum „Ewigen Frieden“ und den Überlegungen von Louis Bourgeois bezüglich eines anzustrebenden Völkerbunds befasst hatten und sie sich im Anschluss an den Vortrag auch nicht scheuten, ihre Überlegungen zu äußern, kam ein fruchtbares Gespräch zustande. Die Referentin zeigte sich im Nachgang beeindruckt von der geistigen Reife und den umfassenden Kenntnissen unserer Schülerinnen und Schüler.
Der Deutsch-Französischen Gesellschaft sei herzlich dafür gedankt, dass wir die Veranstaltung besuchen durften und hierbei auch noch mit französischen Köstlichkeiten verwöhnt wurden.
Maresa Olschner

