Berichte
aus dem Bereich Modellklassen für Hochbegabte
Blackbox Mensch – eine Fahrt ins Unbekannte?
Was man sich unter „Blackbox Mensch“ vorstellen kann? Genau dieser Frage standen wir, die Klasse 10D, am 12. Juni gegenüber, als wir uns des Morgens auf den Weg nach Chemnitz machten. Nicht nur diese Frage, sondern auch die Fahrt war eine Blackbox für uns, denn während wir noch rätselten, hatten unsere Lehrer zusammen mit dem Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz (JKG) bereits ein tolles Programm für uns auf die Beine gestellt. Zusammengeführt hat uns der regelmäßige Austausch unserer Schulen als Partnerschulen im Rahmen der Modellklassen.
Und so lernten wir nach einem kurzen Check-in bei der Jugendherberge unsere Gastgeber, die Klasse 10-2 kennen. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, Kontakte zu der anderen Schule zu knüpfen und uns mit der „Blackbox Mensch“ auseinanderzusetzen. Dieses Konzept enttarnte sich als eine Erkundung unserer eigenen Persönlichkeit mit unseren inneren „Mitspielern“ und verschiedenen weiteren Konzepten, beispielsweise zur Bewältigung großer Mengen Arbeit. Des Abends hatten wir nun endlich Zeit, Chemnitz in Ruhe auf eigene Faust zu erkunden. Einige Schüler suchten prompt ein Restaurant auf, andere wanderten durch die Innenstadt und wieder andere kauften ein Rasiergerät, um einem Mitschüler einen neuen Haarschnitt zu verpassen. Auch vor Chemnitz hatte die Hitzewelle nicht halt gemacht und so wurde die erste Nacht einstimmig als zu warm bewertet. Dennoch waren wir erstaunlich ausgeruht und bereit für den nächsten Tag.
Unsere Klassenfahrt stand zwar im Fokus der Erkundung dieser Konzepte, aber ebenso wichtig war das Knüpfen neuer Kontakte und die Pflege der Partnerschaft unserer beiden Schulen. Und genau das wurde auch heute deutlich – wir waren keine zwei Klassen mehr, sondern eine große Gruppe. Sonst hätten wir beispielsweise auch „Das Band“ nicht bestehen können; „Das Band“ war ein großer, dehnbarer, roter Loop aus Stoff, in den wir alle auf dem Pausenhof kletterten. Kaum bewegte man sich ein wenig, spannte sich das ganze Gebilde uns riss die anderen mit. Somit war eine gute Menge Gruppenkoordination nötig, um die vom Leiter der Workshops (Herrn Günter, JKG) gestellten Aufgaben zu bewältigen. Auch am Abend bildeten Chemnitzer und Bayreuther eine Einheit. So werden wahrscheinlich viele der schönsten Erinnerungen an den Ausflug hiervon handeln, beispielsweise vom gemeinsamen Abendessen oder der Suche nach einem guten Restaurant.
Leider näherte sich am dritten Tag, dem 14. Juni, schon drohend die Abfahrt, aber es war noch Zeit für eine Führung durch die Chemnitzer Oper und ein kurzes Mittagessen am JKG. Nach einigen Abschlussworten in der Aula machten wir uns nun schon auf, zurück nach Bayreuth, voller neuer Eindrücke und Erfahrungen.
Und somit möchte ich hiermit im Namen der Klasse 10D unseren beiden Schulen und insbesondere Frau Hornfeck, Herrn Kelz und Herrn Motz (MWG) sowie Herrn Günter (JKG) unseren Dank aussprechen für die Organisation und Durchführung dieser besonderen Schulfahrt. Wir hatten die Gelegenheit, viel über uns – die „Blackbox Mensch“ zu erfahren und auch, viele neue Kontakte zu knüpfen, von denen, wie ich hoffe, so manche auch über dieses Projekt hinaus halten werden.
Alexander Peetz, 10D

